Geschichte

Vom Lazarett zum Bundeswehrzentralkrankenhaus

Die Stadt Koblenz war in ihrer mehr als 2.000-jährigen Geschichte auf Grund ihrer strategischen Lage an Rhein und Mosel immer wieder Garnisonsstadt für Soldaten unterschiedlichster Mächte. Da größere militärische Verbände schon seit der Römerzeit über eigene medizinische Einrichtungen - sprich Lazarette - verfügten, können die Koblenzer Lazarette auf eine lange Tradition zurückblicken.

Unter französischer und preußischer Herrschaft in napoleonischer Zeit gab es in Koblenz Lazarette in Ehrenbreitstein, im Dominikanerkloster und auf Napoleons Anweisung hin auch im Franziskanerkloster.

Zwischen 1826 und 1912 diente das Dominikanerkloster als Garnisonslazarett der Preußen, später erfolgte ein Umzug in ein neues Lazarett auf dem Moselweißer Feld, welches 1918 aufgelöst und durch die Amerikaner beschlagnahmt wurde.

Den heutigen Standort hat das Koblenzer Nachkriegs-Lazarett erneut französischer Truppen zu verdanken, welche 1952 bis 1955 am heutigen Ort das Andre-Curtillat-Lazarett errichteten. Dieses wiederum wurde am 2. Juli 1957 durch die jungen deutschen Streitkräfte übernommen und erhielt 1965 die Bezeichnung Zentrallazarett der Bundeswehr.

Mit Öffnung des Lazaretts für Zivilpatienten erhielt das Bundeswehrzentralkrankenhaus 1970 seinen heutigen Namen, ist und bleibt aber für viele Koblenzer weiterhin das Lazarett.

Das Bundeswehrzentralkrankenhaus hat trotz ständig ändernder Verhältnisse seinen festen Platz in der zivilen und militärischen Krankenhauslandschaft gefunden. Es ist seit langem fester Bestandteil der Krankenversorgung der Region und hat sich insbesondere bei den zivilen Patienten große Wertschätzung für die medizinische Betreuung erarbeitet.

Das Bundeswehrzentralkrankenhaus ist heute das größte und am besten ausgestattete Krankenhaus der Bundeswehr und stellt mit seinen zahlreichen konservativen und operativen Fachabteilungen ein Haus der Schwerpunktversorgung mit breitem Spektrum dar. Das Haus verfügt über zehn Operationssäle und drei fachspezifische Intensivstationen. Die Notfallversorgung internistischer und chirurgischer Krankheitsbilder, weit über die regionalen Grenzen hinaus auch mittels Luftrettung stellt einen wesentlichen Teil des Auftrags dar.

Eine kontinuierliche Schulung des Personals ist ebenso wichtig für die Leistung eines Krankenhauses, wie eine funktionierende Ausstattung. So wurde nicht nur die ärztliche Ausbildung vorangetrieben, was sich in dem seit 1987 bestehenden Auftrag als Lehrkrankenhaus der Universität Mainz, sowie in der Präsenz von Gastärzten aus den verschiedensten Ländern widerspiegelt.

Aufgrund der hohen Qualifikationen nimmt das Personal ständig an Einsätzen im In- und Ausland teil und sammelt so wertvolle Erfahrungen, auch für den Dienst zu Hause.

Nach zweijähriger konsequenter Optimierung der Klinikabläufe im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz gelang es im Jahr 2010, eine Akkreditierung nach den Qualitätsstandards der Joint Commission International (JCI) zu erreichen.

In dem internationalen Qualitätsmanagementsystem wird geprüft, ob die internen Abläufe die hohen Ansprüche an die Patientensicherheit gewährleisten und eine gleichbleibend hohe Behandlungsqualität sichergestellt ist. Geprüft werden rund 1.200 Kriterien, die die Patientensicherheit direkt oder indirekt betreffen. Hierzu gehören unter anderem Patientenrechte, Kontinuität der medizinischen Versorgung, Sicherheitschecklisten im Operationssaal, Gebäudesicherheit, Maßnahmen im Brandfall oder Mitarbeiterschulung.

Der Zertifizierungsprozess bedeutet eine Strukturierung des gesamten Hauses nach definierten Vorgaben. Durch das aufwändige Procedere sind sämtliche Klinikabläufe im Ergebnis einer internen und mit der Zertifizierung schließlich einer externen Überprüfung unterzogen worden.