Patientensicherheitsziele

Dieses Kapitel befasst sich mit den Internationalen Patientensicherheitszielen, deren Umsetzung für alle Einrichtungen vorgeschrieben ist, welche von der Joint Commission International (JCI) ab 1. Januar 2011 gemäß den Internationalen Standards für Krankenhäuser akkreditiert werden.

Die Absicht der Internationalen Patientensicherheitsziele ist die Förderung von speziellen Verbesserungen im Bereich der Patientensicherheit. Die Ziele beziehen sich auf Problembereiche in der Gesundheitsversorgung und beschreiben evidenzbasierte und auf Expertenmeinung gestützte einvernehmliche Lösungen dieser Probleme. Im Bewusstsein, dass eine fehlerfreie Systemgestaltung wesentlich für die Erbringung von sicheren und hochwertig qualifizierten Behandlungsleistungen ist, fokussieren die Ziele, wenn möglich, auf eine systemweite Lösung.

Die Ziele sind in derselben Art und Weise aufgebaut wie die anderen Standards und enthalten die Zielerklärung des Standards, ein Absichtsstatement und messbare Elemente. Die Ziele werden gleich den anderen Standards mit „erfüllt“, „teilweise erfüllt“ und „nicht erfüllt“ bewertet. Die Regeln zur Entscheidung über die Akkreditierung betrachten die Übereinstimmung mit den Internationalen Patientensicherheitszielenals eine separate Entscheidungsregel.

Patientensicherheitsziel 1

Korrekte Identifizierung des Patienten

  • grundsätzlich Erfragen von Namen und Geburtsdatum
  • Identifikation ausschließlich anhand ortsunveränderlicher Merkmale, z.B. vor invasiven Maßnahmen oder Gabe von Medikamenten / Blutprodukten

Patientensicherheitsziel 2

 

Verbesserung der Kommunikationseffizienz

  • Einsatz des "Read-Back"-Verfahrens: Aungerufener notiert die Information und wiederholt den Inhalt vollständig
  • Anrufer bestätigt die Richtigkeit der Durchsage
  • Kontrolle des Verfahrens im Rahmen der Erhebung von Qualitätskennzahlen

Patientensicherheitsziel 3

Verbesserung der Sicherheit bei Hochrisikomedikamenten

  • Lagerung nur in Bereichen, in denen die Substanzen benötigt werden
  • Lagerung streng getrennt von übrigen Medikamenten
  • Kennzeichnung der Verpackung und Färbung der Flüssigkeit

Patientensicherheitsziel 4

Sicherstellung der Durchführung von Operationen an der richtigen Stelle, mittels des richtigen Verfahrens und am richtigen Patienten

  • standartisierte Checkliste zur OP-Vorbereitung
  • Team-Time-Out vor Operationen und invasiven Maßnahmen
  • Kennzeichnung des Eingriffsorts unter Einbeziehung des Patienten / Angehörigen

Patientensicherheitsziel 5

Verringerung des Risikos von nosokominalen Infektionen

  • umfangreiches Infektionskontrollprogramm
  • standartisiertes Risikomanagement bei Baumaßnahmen
  • Routinescreening bei der RKI-Risikogruppen
  • Teilnahme an Infektionssurveillance über NRZ
         - Hand-KISS
         - OP-KISS
         - Intensiv-KISS
         - Anzahl nosokomiale Infektionen
         - MRSA-Fälle
  • Handedesinfektionsautomaten zur Nutzung durch Patienten und Angehörigen

Patientensicherheitsziel 6

Verringerung des Verletzungsrisikos der Patienten bei Stürzen

  • konsequente Umsetzung des nationalen Expertenstandards
  • Auswertung von Sturzrate und Sturzfolgen quartalsweise
  • weitere Optimierung der Maßnahmen durch wissenschaftliche Betrachtung (Pflegedirektion in Kooperation mit der Universität Witten Herdecke)