Active Surveillance

Bei manchen Patienten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er trotz der Diagnose eines Prostatakarzinomes nicht an, sondern aufgrund anderer Erkrankungen mit dem Prostatakarzinom stirbt. In diesen Fällen ist trotz des Nachweises eines Prostatakarzinoms eine abwartende Behandlung mit regelmäßigen Kontrollen gerechtfertigt und zu empfehlen.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Aktive Überwachung in Frage kommt:

  • PSA bei Diagnose <10ng/mlMaximal 2/12 Stanzzylindern befallen
  • Tumorausdehung innerhalb eines Stanzzylinders max. 50%
  • Gleason Score (Aggressivitätsgrad) max 3+3=6, kein Gleason Grad 4 oder 5

Wenn alle diese Kriterien zutreffen, sollte eine aktive Überwachung empfohlen werden.

Eine enge Nachsorge vorausgesetzt haben diese Patienten die gleiche Überlebenswahrscheinlichkeit, wie Patienten mit einer invasiven Therapie.

Nachsorgeempfehlungen:

  • Alle 3 Monate PSA
  • Alle 3 Monate rektale Untersuchung
  • Nach 12 Monaten Rebiopsie

So kann einem Teil der Patienten eine eingreifende Therapie erspart bleiben. Finden sich in der Nachsorge allerdings Kriterien, welche nicht mehr den oben beschriebenen entsprechen, so sollte eine invasive Therapie durchgeführt werden.