Computertomographie

Seit über 20 Jahren spielt die Computertomografie eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Therapie verschiedenster Erkrankungen. Bei dieser Untersuchung wird der Patient langsam durch einen etwas 70 cm langen Ring geschoben, während Röntgenstrahlen den Körper schichtweise abtasten. Häufig trinken die Patienten vor der Untersuchung des Bauchraumes Kontrastmittel, um den Darm besser beurteilen zu können.

Technische Entwicklung

Bild eines großen Oberbauchtumors in der Computertomographie.

Mit Einführung der Spiral-CT vor etwa 10 Jahren ist es möglich, Patienten nicht in Einzelschichten, sondern als Volumen während kontinuierlicher Tischbewegung zu untersuchen. Seither wurde die Spiral-Technik ständig verbessert, sodass heute sogar 3-dimensionale Ansichten möglich sind.

Der jetzige Stand der Technik ist die Mehrzeilen-CT. Neben einem 384-Zeilen Gerät in der Notaufnahme mit Dual Source-Technik verfügen wir über einen 64-Zeilen- sowie ein 320-Zeilen-Volumen-CT.

Aufgrund moderner Rekonstruktionsverfahren (iterative Rekonstruktion) können wir eine erhebliche Reduktion der Strahlendosis erzielen.

Kurze Untersuchungszeiten

Der größte Vorteil dieser Technik liegt in der enormen Verkürzung der Netto-Untersuchungszeit auf wenige Sekunden, wodurch der Patientenkomfort und die Bildqualität erheblich gesteigert werden können. So kann die häufig obligatorische intravenöse Kontrastmittelgabe optimiert werden, in dem weniger Kontrastmittel benötigt wird und Organe in mehreren Durchblutungsphasen untersucht werden können. Medikamente zur Ruhigstellung des Darmes sind nicht mehr nötig und die Atemanhaltephasen der Patienten, um Bewegungen zu vermeiden, werden deutlich verkürzt bzw. sind nicht mehr notwendig.

Räumliche Darstellung

Radiofrequenzablation einer Lebermetastase.

Weiterhin ist die räumliche Auflösung deutlich erhöht worden, dass die Detailerkennbarkeit in allen Raumebenen verbessert wurde. Es ist nun möglich aus den Daten einer Untersuchung Bilder in allen denkbaren Ansichten in 2D- oder 3D-Darstellung zu erzeugen.

Diese Neuerungen ermöglichen unter anderem Gefäßdarstellungen der meisten Körperregionen, was immer häufiger eine Katheterangiographie ersetzt. Außerdem können die Herzkranzgefäße direkt dargestellt werden, was die Abklärung einer koronaren Herzkrankheit weniger belastend gestaltet.

Volumenberechnung

Durch die Volumenberechnung ist heute auch eine sogenannte "Virtuelle Endoskopie" möglich, das heißt Hohlorgane wie Darm und Bronchien können auf Computerkonsolen wie bei einer Spiegelung eingesehen werden. Nicht zuletzt profitieren auch Schlaganfalldiagnostik und Operationsplanung von diesen technischen Möglichkeiten, zum Beispiel in der Messung der Gehirndurchblutung und der Planung von Gelenkprothesen.

Deweiteren können mit modernen Aufnahmeprogramme Metallartefakte (Bildstörungen durch Metalle) stark reduziert werden.

Weitere Vorteile

Durchblutungsstudie im Gehirn. Rechtsseitiger Schlaganfall.

Bei CT-gesteuerten Eingriffen, wie Gewebeprobe-Entnahme oder Nervenblockaden, kann durch die CT-Fluoroskopie das Einführen zum Beispiel einer Kanüle in Echtzeit kontrolliert werden, wodurch komplexere Eingriffe schneller und sicherer werden. Die Strahlenbelastung kann durch individuell angepasste Dosis-Sparprotokolle gesenkt werden, weil das Gerät nur die für den gerade untersuchten Körperabschnitt notwendige Dosis verabreicht.