Elektrophysiologie

Im Bereich klinische Elektrophysiologie werden Herzrhythmusstörungen untersucht und behandelt. Zur nicht invasiven Diagnostik stehen das EKG, das Belastungs- und das Langzeit-EKG zur Verfügung, das für ein oder mehrere Tage angelegt werden kann. Seltener auftretende Rhythmusstörungen können mit Event-Recordern diagnostiziert werden, die einen Zeitraum von mehreren Wochen abdecken können. In noch größeren Abständen auftretende rhythmologische Probleme können mittels unter die Haut implantierbarer Loop-Recorder von der Größe eines USB-Sticks entdeckt werden, die in Zusammenarbeit mit den Herzchirurgen eingebaut werden, mehr als zwei Jahre im Patienten verbleiben können und zwischendurch jederzeit auswertbar sind.

Die invasive Elektrophysiologie beschäftigt sich mit der kathetertechnischen Untersuchung von Herzrhythmusstörungen und mit der Therapie verschiedener Arten von Herzrasen und Herzstolpern mittels Katheterablation.

Hierzu stehen ein moderner elektrophysiologischer Messplatz, eine biplane Röntgenanlage mit elektrophysiologischen Zusatzfunktionen und ein dreidimensionales Mappingsystem zur Navigation im Herzen und zur Lokalisation des Ursprungs der Rhythmusstörung zur Verfügung. Mit Hilfe verschiedener Hochfrequenzgeneratoren können Verödungen des Ursprungs der Rhythmusstörungen, sogenannte Ablationen, mittels Wärme durchgeführt werden. Weiterhin steht eine Kryokonsole für Kälteablationen zur Verfügung. Zur Erhöhung der Effektivität und der Sicherheit tragen Geräte zur Messung des Katheter-Anpressdrucks an der Herzwand bei. Eine große Auswahl verschiedener Ablations- und Diagnostikkatheter vervollständigt das Instrumentarium.

Derzeit können alle Herzrhythmusstörungen, die durch Katheterablation behandelbar sind, im Bundeswehrzentralkrankenhaus auf technisch hohem Niveau therapiert werden.

Insbesondere für Patienten mit Vorhofflimmern, einer sehr häufigen Rhythmusstörung, wird eine individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnittene „Rundumversorgung“ angeboten. Neben allen Möglichkeiten der medikamentösen Therapie stehen mehrere Katheterablationsverfahren zur Verfügung. Für Patienten, die zur Verminderung des Schlaganfallrisikos gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar® einnehmen müssen, werden Schulungen zum Selbstmanagement dieser Behandlung angeboten. Patienten, die wegen erhöhter Blutungsgefahr keine gerinnungshemmenden Medikamente einnehmen dürfen, kann zur Vermeidung durch Vorhofflimmern bedingter Schlaganfälle das linke Vorhofohr kathetertechnisch verschlossen werden. Dort bilden sich die meisten Blutgerinnsel.

Auf dem Gebiet der sogenannten aktiven Rhythmusimplantate besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Herz- und Gefäßchirurgie des Hauses. Es werden alle gängigen Herzschrittmacher, Defibrillatoren und Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie zur Behandlung einer Herzschwäche von den Herzchirurgen implantiert. Die Vordiagnostik und die Nachsorge werden dabei von den Kardiologen übernommen. Dabei gibt es für weiter entfernt wohnende Patienten auch die Möglichkeit der telemetrischen Übertragung bestimmter Parameter über das Internet.