Stationäre Behandlung

Im Folgenden haben wir für Sie einige Informationen zusammengestellt, die Ihnen die Vorbereitungen für eine stationäre Behandlung in unserer Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie erleichtern sollen. Außerdem ist es uns ein Anliegen, sie frühzeitig mit dem Ablauf vor und nach einer Operation vertraut zu machen.

Vorbereitungen des Aufenthaltes

  • Normalisieren Sie Ihr Gewicht so gut wie möglich (Richtwert in kg: Körpergröße in Zentimeter minus 100), da ein hoher Körperfettanteil mit Übergewicht einer der größten Risikofaktoren bei einer Operation ist.
  • Auch Rauchen gehört zu den Risikofaktoren. Vermeiden Sie es daher, zu rauchen, bzw. schränken Sie es soweit als möglich ein.
  • Medikamente: Bitte nehmen Sie alle Ihre Medikamente (incl. Aspirin® 100 bzw. ASS 100) bis einschließlich zum Aufnahmetag weiter ein. Für alle anderen blutverdünnenden Medikamente wie Iscover®, Plavix®, Clopidogrel, Marcumar®, Coumadin® oderähnliche Präparate gilt: Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob zur Überbrückung auf Ersatzpräparate (z.B. Heparinspritzen) umgestiegen werden muss. Gleiches gilt für metforminhaltige Medikamente bei Diabetikern – sprechen Sie auch hierzu mit Ihrem Hausarzt und weichen Sie ggf. auf Alternativen aus.
  • Lassen Sie vor einem Eingriff an den Herzklappen von Ihrem Zahnarzt und einem niedergelassenen HNO-Arzt überprüfen, ob ggf. Entzündungsherde im jeweiligen Bereich zu finden sind. Diese sollten – sofern möglich - noch vor der Operation saniert werden, um einer später möglichen Infektion vorzubeugen. Sollte bei Ihnen ein unauffälliger Befund vorliegen, so lassen Sie sich dies auch schriftlich mitgeben.
  • Unsere Erfahrung zeigt, dass Bartträger postoperativ häufiger unter Wundheilungsstörungen im Bereich der Brustwunde leiden. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich den Bart vor der Operation abzunehmen.

Notwendige Kleidung / Utensilien für den Aufenthalt

  • Mehrere Schlafanzüge, möglichst ohne Knöpfe
  • Freizeitkleidung, die leicht an- und auszuziehen ist
  • Bequemes Schuhwerk, möglichst ohne Schnürsenkel (besser Klettverschluss)
  • Kulturbeutel
  • Ausreichend Unterwäsche zum Wechseln (für Männer zur Info: im Krankenhaus benötigen Sie keine langen Unterhosen. Für Frauen gilt: bequeme Büstenhalter mit breiten Trägern, am günstigsten vorne zu verschließen)
  • Waschlappen und Handtücher zum Wechseln; auf der Intensivstation sowie auf der Intermediate Care-Station wird dies zur Verfügung gestellt

Aufnahmetag

Am Morgen des Aufnahmetages können Sie wie gewohnt frühstücken. Nehmen Sie auch Ihre Medikamente ein. Seien Sie dann zwischen 7.00 und 8.00 Uhr in der Klinik. Bringen Sie dazu bitte Ihre Einweisung durch den Hausarzt, die Versicherungskarte sowie Vorbefunde und Röntgenbilder mit.

Nachdem Sie sich in der Zentralen Patientenaufnahme gemeldet und alle Formalitäten erledigt haben, folgen Sie der Ausschilderung in unsere Ambulanz. Dort werden Ihre mitgebrachten Befunde gesichtet, Blut abgenommen, ein Echokardiogramm (EKG) geschrieben und die Durchblutung der Beine gemessen. Es folgt ein ärztliches Gespräch über Ihre Krankheit, eine körperliche Untersuchung und zuletzt das Aufklärungsgespräch über Ihre Operation. Sollte sich dabei herausstellen, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, werden wir diese entsprechend einleiten. Anschließend werden Sie zur Station begleitet.

Vor der Operation

Auf Station bekommen Sie vom Pflegepersonal ein Zimmer zugewiesen. Wenn Sie sich von der Station entfernen möchten, teilen Sie uns das bitte mit. Am Stationszimmer liegt ein Buch aus, in dem Sie dies bitte vermerken. Wenn noch Untersuchungen ausstehen, hilft Ihnen unser Pflegepersonal gerne und teilt Ihnen mit, wann Sie wo sein müssen. Es gibt auch einen speziellen Patientenbegleitservice, der Sie gerne zu der jeweiligen Fachabteilung begleitet.

Am Tag vor der Operation kommt der Narkosearzt zu Ihnen. Halten Sie sich bitte in der Nähe Ihres Zimmers auf, um Verzögerungen zu vermeiden. Abends erfolgen pflegerische Maßnahmen, wie die Entfernung der Körperbehaarung im Operationsgebiet, Abführen und Duschen. Sie erhalten vom Arzt einen venösen Zugang, damit Ihnen über Nacht Medikamente verabreicht werden können.

Operationstag

Am Operationstag werden Sie vom Pflegepersonal im Bett in den Operationsbereich gebracht. Nach der Operation kommen Sie direkt auf die Intensivstation. An diesem Tag sollte von Besuchen abgesehen werden, Ihre Angehörigen können uns jedoch anrufen.

Telefon: 0261 / 281 – 3020 und 3027

Nach der Operation

In der Regel sind Sie nur über Nacht auf der Intensivstation, werden dann auf die Zwischenwache (Intermediate care) und am darauf folgenden Tag auf die Normalpflegestation verlegt. Hier bleiben Sie entsprechend Ihrem Befinden und je nach durchgeführter Operation fünf bis zehn Tage. Vor Antritt der Anschlussheilbehandlung (AHB), die wir Ihnen zumeist empfehlen werden, erfolgt häufig noch eine Rückverlegung in die Klinik, in der die Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wurde, alternativ in ein heimatnah gelegenes Krankenhaus. Die AHB wird von der Klinik aus organisiert, dauert zumeist drei Wochen und sollte unmittelbar nach der stationären Behandlung oder nach einem Intervall von wenigen Tagen angetreten werden.

Besuche

Auf der Intensivstation gelten strengere Besuchszeiten zwischen 14.00 bis 16.00 Uhr sowie nach persönlicher Absprache. Auf der Normalpflegestation können Sie tagsüber jederzeit Besuch empfangen. Über ein Blumengeschenk freut sich jeder, dennoch sollte Besucher von Topfpflanzen absehen, da die Keime in der Erde den frisch operierten Patienten schaden könnten. Besser Geschenke sind Obst, vor allem Bananen, und Fruchtsäfte.

Wichtige Hinweise zur schnellen Genesung

Es ist wichtig, dass Sie nach der Operation frühzeitig mit der Hilfe des Pflegepersonals aufstehen. Sie müssen intensiv Ihre Atemtherapie – sowohl mit den Krankengymnasten als auch alleine im Zimmer – durchführen. Achten Sie auch auf Ihr Brustbein: es benötigt mindestens sechs Wochen, bis der Knochen komplett verheilt ist. Benutzen Sie beim Aufstehen aus dem Bett die "Leitern", die an Ihrem Krankenbett angebracht sein werden. Für die gesamte Phase der Genesung gilt: Heben und Tragen Sie nicht schwer, versuchen Sie möglichst wenig auf der Seite zu liegen und bewegen Sie sich immer so viel, wie Sie es sich zutrauen.

Verlegung zur Anschlussheilbehandlung

Die morgendliche Visite sollten Sie nutzen, um den Ärzten auf Station die Ihnen wichtigen Fragen zu stellen. Wenn die Verlegung ansteht, kümmern wir uns gern um den Transport. Bitten Sie nach Möglichkeit Ihre Angehörigen, Ihnen beim Zusammenpacken zu helfen. Am Entlassungstag erfolgt die Verlegung dann zwischen 9.00 und 11.00 Uhr. Sie müssen sich dazu in unserer Patientenverwaltung nicht selber abmelden.